1946

Gegründet von Anton Herr (1919-2008) und seiner Frau Marieluise Herr (1920-2010), quasi aus Verlegenheit unter dem Verdikt des Morgenthau-Planes, der für Deutschland nach dem Krieg eine agrarische Entwicklung vorsah. Ton war eines der nicht bewirtschafteten Güter. In der Zeit nach dem Krieg soll eine Unzahl von Töpfereien gegründet worden sein.  Anton und Marieluise   waren keinesfalls "vom Fach", auch in den Familien gab es keine keramische Tradition.  Ein einquartierte geflüchteter Töpfer könnte ebenso Auslöser für den spontanen Entschluss zur Selbstständigkeit  gewesen sein wie auch die Frustration des ehemaligen Hauptmannes beim Versuch eine Karriere im Landratsamt zu beginnen.  Genauers schildert Anton Herr senior in einem Interview, das Herr Helmut Ewert mit ihm im Jahr 2000 geführt hat. Herr Erwert hat damals ein Buch über die "Gründerjahre" im Landkreis Bogen herausgebracht. Das Interview ist im Museum/Dokumente zu finden.

1947

 Die " Anfangszeit muss abenteuerlich gewesen sein. Es herrschte Schwarzmarktzeit ...ALLES wurde heftigst nachgefragt, aber man konnte wenig liefern. zu den ersten Produkten gehörten auch "Nachthaferl" (Bettgeschirr), die aber wenig funktionsfähig waren (undicht). Wenn der Schornstein in der Dollmannstrasse rauchte - man heizte mit Holz - kamen am folgenden Morgen die Kunden.

Zu den abenteuerlichen Geschichten dieser Zeit gehört auch die :  Über dem selbstgemauerten Ofen, im " Heizerhaus" wohnte  die Familie Heizer, die wegen der Rauchentwicklung (und der heiss werdenen Bodennägel) bisweilen die Flucht ergreifen musste.

Ein Produkt aus dieser Zeit könnte das Kindergeschirr sein, das für den Sohn Anton (Burschi) angefertigt wurde. Die ersten Glasuren wurden aus Bleischlamm aus Akkumulatoren (Autobatterien) und Mennige gemischt, also ... nicht bleifrei wie heute gefordert. Hierzu finden Sie im Museum auch Bilder der ersten Ausstellung

 

1948

Zu diesem Jahr gibt es auch eine Geschichte. Währungsreform ! Es war ein großes Glück für die HERR's  daß die Statd Straubing zum Volksfest oder zu einem anderen Anlass Vasen, mit dem Stadtturm dekoriert, bestellt hatte.   Dies vor der "Währung". Die Lieferung erfolgte "nach der Währung" und es wurde mit "neuem Geld" (DM)  bezahlt.  Dieser Auftrag soll die Anschubfinanzierung schlechthin gewesen sein. Die Vase steht auch in unserem virtuellen Museum.

 

1949 - 1950

Diese Zeit war sicher "Lehrzeit".  Es gibt Briefe an Ofenbauer und Töpfer, Glasurlieferanten und kenntnissreiche Fachleute, die beistehen sollten um die Produkte und die Qualität zu verbessern. Die Glasuren wollten nicht "ohne Risse" sein. Aus der Not entstand die Tugend. Man färbte die Risse ein, nannte dies ein dekoratives "Craquellee". Es sollte über Jahrzehnte ein wesentliches Merkmal der Produkte aus Bogen werden.  Der Nachteil der geminderten Gebrauchstüchtigkeit der Produkte wurde in Kauf genommen (... musste in Kauf genommen werden.)  Siehe hierzu Museum/Technisches

 

1951-1953

In den frühen Fünfzigern könnte der Start für die Sparte "Apothekentöpfe" gefallen sein. Die Freundschaft zum ansässigen Apotheker und dessen Bedarf an einer - vorgeschriebenen - Anzahl von Aufbewahrungstöpfen für Ingredienzien führte zur Produktion von Apothekengefässen.  Dies war der Beginn einer Spezialität der Firma Anton Herr. Apothekengefässe, zu Beginn notwendige, nützliche Einrichtungsgegenstände, später beliebter Apothekenschmuck, blieben bis zum Schluss ein fester Bestandteile des Produktionsprogrammes. Diesen Abschnitt beschreibt auch Marieluise Herr in Anmerkungen zum Buch von Herrn Erwert. Weiter berichtet Sie in dem Dokument über die endlosen Bemühungen über die Jahre genug Keramik zu verkaufen um Betrieb - und Familie - zu versorgen. Einen Einblick in das Lohnniveau der damaligen Zeit gibt ein Bestätigung über einen Jahresverdienst im Bereich Dokumente.  In das 1951 fällt schon der erste Besuch - als Aussteller - der Frankfurter Messe.  Mehr als 40 Jahre bestimmte der Erfolg auf diesen Messen  das Auf und Ab der Firma.  Die ersten Messe-Erfahrungen schildert  Marieluise Herr in einem Bericht zum Buch von Herrn Erwert.

  

1954-1957

Jetzt geht das Wirtschaftswunder schon langsam los. Das Sortiment wird größer. Stütze sind die Apothekengefäße. Die Technik, so sieht man den Mustern und Bildern, ist schon stark verbessert. Die Handarbeit, auch aufwendige Dekore wird offensichtlich bezahlt. Das erarbeitete wir umgehend in "Erweiterungen"  und Bauvorhaben gesteckt. Die frühe Bauhistorie ist in einem Kachelbild in der 1955 auf das Betriebsgebäude gebauten Wohnung der Familie Herr dargestellt. Hier zum Bild. Zentraler Punkt des Bildes ist die "Meisterprüfung", die Anton Herr senior, damals 36 Jahre jung, 9 Jahre nach Betriebsgründung in Landshut abgelegt hat. Er war  bei sich selbst in die Lehre gegangen und  hatte die Gesellenzeit im eigenen Betrieb absolviert. Seine Prüfer mussten ihm wohl Respekt zollen.

Das Kachel-Bild  wurde von Herrn Alfons Vachenauer gemalt. Alfons Vachenauer , in der Familie als AV(Avau) bezeichnet, war ein Freund den Dollmanns und Herrs, er kam aus München, war dort später Gewerbelehrer für Zeichnen. Was ihn damals nach Bogen brachte ist nicht bekannt, vielleicht war es seine Liebe zur Fischerei oder auch die Suche nach Arbeit in seinem Fach . Auf alle Fälle war er ein blendender Zeichner und Maler, dem die junge Firma viele Dekore verdankte, und der Bogener Fischereiverein einen denkwürdigen Fischerball, zu dem AV den gesamten Saal bei der Post ausgemalt hat. Fotos zu AV finden Sie in der Rubrik PERSONEN. 

1957

Neben der Apothekenkeramik entstand in den Endfünfzigern bereits eine "profanes"  kunstgewerbliches Sortiment. Kennzeichnend hierfür sind die Gefäße und Artikel die von "Hedi Böhmer" - mehr als der Name ist nicht geblieben. Erfolge sind aus diesen Artikeln nicht entstanden. Sie sind aber besondere Zeitzeugen und in Sammlungen der "Fünfziger Jahre" (siehe: KERAMIK DER 50ER JAHRE, Formen Farben, Dekore - Autor Horst Makus, ISBN 3-89790-220-6) enthalten. Eine weitere Besonderheit dieser Zeit  ist die Serie die die Straubinger Malerin und Grafikerin "Margit Forchheimer" für die junge Firma angefertigt hat. Ein Teil der Originalmuster sind im MUSEUM abgebildet. Frau Forchheimer hat auch die Formen zu Ihren Dekoren entwickelt. Im Gedächtnis des Verfassers ist noch die Anmerkung, daß die Entwurfsarbeiten sagenhafte DM 1400 gekostet haben sollen. Auch diesem Versuch, (wie später Philip Rosenthal es umgesetzt hatte) gestandenen Kunstschaffenden Entwurf und Dekor zu überlassen, war leider kein anhaltender Erfolg, -wenn überhaupt einer - beschieden. 

 

1958

Dieses Jahr bringt den, bis dahin wohl größten Auftrag für die junge Firma. Für jede  Apotheke des damaligen Deutschlands - 8000 war die Zahl - sollte ein Gefäß Nr.: 14 - Boppard - angefertigt werden. Die Aufschrift DEXTROPUR. Wenn man Glück hat kann man solche Gefäße noch in alten Apotheken sehen. Solche Aufträge erforderten schon eine ausgereifte Technik. Seit ca 1955 wurde für die Formgebung das Giessverfahren über Gipsformen eingeführt und vermutlich so um 1958 wurden die ersten Siebdrucke gemacht, die das Stahldruckverfahren als Reproduktionsmittel ablösten.

Der wirtschaftliche Erfolg dieses Jahres hat sich  im Kauf eines Porsche ( Typ 356, 60 PS, Höchstgeschwindigkeit 160 kmh, hellblau, Preis 13600 DM) niedergeschlagen. Der Traum vom Wiederaufbau hatte sich erfüllt.

Einschub 1  

Zur Nummerierung.  Die allerersten Apothekengefäße erhielten zur Identifikation Namen - die ersten wurden nach den Kindern benannt. Es gab die Formen, Christion, Friedrich, Antonius ... freilich gingen die Kindernamen aus und bald gab es eine Nummerierung , je niedriger die Ziffern des älter der Topf. Die Gefäße aus der Apotheke Ehmann in Bogen hatten die Nr 1 (Christian), die Gewürzdosen in der Küche der Großmutter Dollmann waren schon Form 10 - noch allesamt handgedreht.  Die Delft-Töpfe 11 und 12 gibt es gedreht und gegossen. Der oben beschriebene Boppard- ( Nummer 14) - Boppard war der Name des Topfes weil das Vorbild dafür aus Boppard, geschenkt, oder gekauft kam, war schon gegossen und wurde aus mehreren Teilen zusammengesetzt. ( Fuss, Körper, Engelsköpfe, Deckel, Deckelknopf). Die Nummerierung der Gefäße wr ziemlich durchgehend. Bisweilen wurden neue Geschäftsfelder mit neuen Nummernkreisen begonnen. Die Ziffern wurden nicht vierstellig aber die Nummer 999... gab es noch ( Kaffeeverkaufsbehälter). Um die 1000 er Grenze nicht zu sprengen wurden die Hauptartikelnummern mit Größen unterteilt. Zuerst Inhaltsangaben 250,500 ccm- Später durch Ziffern. So wurde z.B. das Geschirr Nummer 202 mit bis zu 20 Unterziffern in die Einzelteile zerlegt....... 

 

1960

In großen Schritten geht es voran. Wieder ein "Anbau" eher ein Neubau. Das Heizerhaus wurde abgerissen und ein "Stahlbeton" - Bau nach neuester Technik aufgeführt. Keller plus drei Geschosse. Als Baukosten (oder war es der benötigte Kredit?) sind noch 60.000 Mark überliefert. In dem Gebäude wurde dann ein grosses Büro, die Malerei und im obersten Stock ein "Weisswarenlager" eingerichtet. Ein kleiner Aufzug (Traglast 50 kg) vom Keller bis in das Dachgeschoss war der Ausweis eines fortschrittlichen modernen Betriebes.

1961 datiert die Umwandlung der bisherigen Einzelfirma in ein "Familien KG", die Kinder und Ehefrau wurden Kommandidisten, Anton Herr senior war Komplementär und Geschäftsführer. Die Gründe für diesen Schritt dürften in der steuerlichen Beratung zu suchen sein. 

 

1964

 Wir sind mitten im Wirtschaftswunder. Schon wieder ein Anbau, Ausbau. Die Wohnung wird aufgestockt, jeder der drei Söhne (geb. 1943, 1945, 1949) erhält sein eigenes Zimmer. Der erste Betriebsbau von 1953 jetzt 3 stöckig. Ganz oben sitzt der Modelleur und Gipser, daneben die neu eingerichtete Siebdruckabteilung mit Fotolabor. Es gibt eine eigene "Papiermalerei" in der die gedruckten Konturen von Hand ausgemalt wurden. Man konnte so die "Handmalerei" bevorraten (siehe hierzu Museum/Technisches). Im ersten Stock des Neubaus wurde die Formgebung - Giesserei/Dreherei, eingerichtet. In diese Zeit dürfte die Zeit mit der höchsten Anzahl von Mitarbeitern fallen - mehr als 60 Personen drängten sich in den Räumen.

Der "Markt" war in dieses Zeit vom Angebot bestimmt. Das heisst es gab einen Nachfrageüberhang. Auf den Frankfurter Herbst und Frühjahrsmessen wurde der Einzelhandel bedient, Handelsvertreter in allen Bundesländern boten Kunstgewerbe aus Bogen dem Fachhandel  an. Importkonkurrenz gab es (noch) nicht. 

 

1968

Aus dem Apothekensortiment  entwickeln sich Sortimente für neue "Zielgruppen" :  Einzelhandel,  Vereinsbedarf,  Gemeinden , Bundeswehr. Noch sind Krüge und Artikel weiss glasiert, ein Gutteil wird in Craquelee - feines Haarrissnetz - hergestellt. Die Dekoration wird in Handmalerei, zunehmend dann mit Hilfe des Siebdruckes und in einem kombiniertem Verfahren bewerkstelligt.  Ein Blick in den Katalog gibt es hier.

 

1970-71

Alles wird bunt. Die Vielfalt der Produkte wächst. Getrieben von der auf dem Messen zuerst gestellten Frage "Was gibt es Neues?"  wächst das Kunstgewerbesortiment stetig und unkontrolliert. Das Angebot der Glasurlieferanten an jährlich wechselnden Modefarben hinterlässt Spuren in unserem Angebot. Einer geplante Sortimentsentwicklung gibt es nicht. Jeder darf sich verwirklichen, Maler, Modelleur, Kunde, Chef.

Alles was gewünscht wird wird produziert, die Planung der Produktion wird schwierig und unsere Lieferzeiten sind bisweilen historisch lang (3 Monate!). Ein Blick auf die Messestände um diese Zeit gibt einen Einblick in die mannigfachen Versuche, Auch ganz Modernes (nach den Ideen des Sohnes Friedrich -Architekt -wird versucht).

1971 -

Der zweite Sohn Anton, tritt nach Abschluss des Studiums als Dipl.Ing. für Glas, Keramik und Bindemittel in die Firma ein. Als Juniorchef ist er der designierte Nachfolger.

1972

wird in der Stifterstrasse 31 ein 2 geschossiger Fabrik-Neubau erstellt. Die notorische Raumknappheit, die zu einer langen Reihe von An und Umbauten, Aufstockungen und Ergänzungen geführt hatte sollte ein für allemal beseitigt werden. Im Obergeschoss wurde eine Giesserei, im Erdgeschoss eine Dreherei/ Presserei mit Durchlauftrockner (selbsgebaut aus einer abgewrackten Anlage der Firma Völk, SR) eingerichtet. Die Einrichtung für die Rohproduktion war nun ziemlich modern und leistungsfähig.

Das Brennen wurde in elektrischen Kammer- und Herdwagenöfen vorgenommen. Die Stromversorgung durch einen eigenen Transformator sichergestellt. Die monatliche Stromrechnung war beträchtlich. 

1972 - 74

Beginn der elektronischen Datenverarbeitung! Die Organisation, Arbeitsvorbereitung, Buchhaltung wurden modernisiert. Die Buchhaltung wurde nun auf LOCHSTREIFEN erfasst und monatlich an ein Rechenzentrum geschickt, (Exdata). Eine eigene EDV-anlage ( Hewlett Packard 9830) verschlang unendliche Stunden "Programmierung" mit dem Ziel die Fertigung einer quasi unendlichen Vielfalt zu organisieren. Die Eigenbau-Organisations_programmierung behielt der Betrieb bis in die Neuzeit. Die Entwicklung im EDV - Zeitalter lässt sich an der Reihe der Computerleichen ablesen ( HP, Radio Shack, CPM system, Dos - System, Windows 311, 368, 468, Pentium, Open Acsess, Exel, Word, ......)

1975

Im keramischen Bereich wurde jede Chance genutzt NEUES zu produzieren, je mehr Beine um so besser war die Devise. In diesen Jahren beginnen wir mit der Produktion von Bierschanksäulen für Steensen in Hamburg, ein Produkt das Jahrzehnte lang Bestand haben sollte, viele Malerinnen beschäftigt, und allenthalben in TATORTEN zu sehen waren. (hier Link zu BS einfügen)

1977/1978

Sohn Christian Herr (*1949) tritt in die Firma ein. Die Söhne übernehmen die Führung der Firma. Der Senior überlässt das Feld und beginnt einen aktiven Ruhestand. Von Tunzenberg aus beobachten die jungen Senioren die Bemühungen und Versuche der Söhne den Betrieb in Schwung zu halten.

1979/1980

Eine neue Produktgruppe gibt Schwung : Keramische Kachelöfen werden wieder entdeckt, der Markt schreit nach Kachelproduzenten. Wir sind dabei und entwickeln ein umfangreiches Sortiment das bis zu 20% am Umsatzt gewinnt. Die anderen Standbeine bleiben erhalten, die Vielfalt wächst und mit ihr auch die Probleme des Vertiebes und der Organisation.

1981 -1987

Rückwärtsblickend vielleicht die Zeit der "Überdehnung" des Programmes.  Der Mut zur möglichen Spezialisierung ( Kachelöfen) fehlte, die Sicherheit des Riesensortimentes wurde vorgezogen und musste mit den resultierenden Nachteilen bezahlt werden, bewahrte aber auch den Betrieb vor Einbrüchen.  Folgende Sortimente wurden hergestelt und die zugehörigen Märkte wollten mit eigenen Vertriebsstrategien bearbeitet werden:

  • Apothekenkeramik (Apothekendirekt, Apothekenbedatfsdrosshandel, insbesondere Fa Lauer Fürth)
  • Kunstgewerbeeinzelhandel ( Spezialisierung auf Gewürzdosen, Messeteilnahmen in Frankfurt und auf Einkaufstagen, Vertreterbetreuung)
  • Vereinsbedarf ( eigene Kataloge für Vereine, für Gemeinden und Städte, für die Bundeswehrstandorte)
  • Brauereien ( Schanksäule, Krüge, Aschenbecher - Teilnahme an Brauereimessen)
  • Kachelöfen ( Messeteilnahmen, Kataloge, Musterungen)
  • Sonderanfertigungen ( Werbegeschenkserien /Firmen Linde, Mlkivit.../ Bulthaup / Brottöpfe/ Kaffeebehälter / Bonsaischalen...)

 

1988 

Der Zufall ( nicht die systemetische Suche) bringt Technische Keramik zu uns. Mit 2 Partnern (Einer: Technisches know how , der Andere:  Marktkenntnis) gründet Anton Herr die Firma Cerox. Hergestellt werden Gusstiegel für das zahntechnische Labor. Endlich Produkte die nützlich sind, sich verschleissen und darob noch gut bezahlt werden. Die Firma Herr stellt Raum, Personal und Equipment für den Beginn, bald wird Cerox nur noch Untermieter und betreibt unter der Führung von AH mit eigenem Personal und Equipment das erfolgreiche Tiegelgeschäft. 

 

1989-1990

Der eiserne Vorhang fällt. Auf unseren Märkten hat schon längst der Importdruck aus den asiatischen Ländern und auch aus Südeuropa die Absatzbedingungen verschlechtert. Sortimentsgestaltung, Produktion und Vertrieb waren nicht mehr in einer Hand des Handwerkers oder kleinen Betriebes, sondern Importfirmen vertreiben, asiatische Hersteller produzieren, Marktprofis stellen die Sortimente zusammen. Wir versuchten durch Kooperation mit tschechischen Firmen die Kosten konkurrenzfähig zu halten. Wir liessen Halbfertigwaren herstellen, wir bezogen fertige Teller und Krüge zur Dekoration und wir intensivieren den Vertrieb.

1991 -1995

Wieder im Rückblick:  Dies sind harte Jahre.  Der Absatz in fast allen Sparten sinkt, der Betrieb muss sich anpassen und auch verkleinern. (Von meist 45-50 Mittarbeitern zurück bis zu 25)  Es gibt Phasen der Kurzarbeit, unangenehme Gespräche bei der Bank und dennoch stetiges Werben und Bemühen um jegliche Art von Auftrag. Die Bereitschaft für Neues nimmt zu, Gedanken zur Umstrukturierung (wohin?) werden gewälzt und ein Gefühl wie "Sinkflug" mit der Aussicht auf harte Landung greift um sich.

Allenthalben Strohhalme in weiteren neuen Produkten: hier zu nennen Werbetassen, Bonsaischalen. Bauhhaus-Küchenserie Manufactum - - Unsere vielen Produkte erhalten uns dennoch in einer Grösse, die gerade noch ausreicht unsere Fixkosten zu decken. 

Der Vertrieb für die technische Keramik der Firma Cerox/Ceramed wird 1993 auch zu uns verlagert und bietet zusätzliche Arbeit (und Einkommen) für den damals gut ausgelasteten Geschäftsführer.

In dieser schwierigen Zeit trennen wir 1993 den Betrieb in Betriebsgesellschaft und Besitzgesellschaft. Aus der Anton Herr KG wird eine Anton Herr GmbH &Co KG. Der Grund ist die in Aussicht genommene Beteiligung einer Blumentopffirma bei uns und auch der Gedanke, bei einer späteren harten Landung (Konkurs) möglicherweise die Immobilien retten zu können.

 

1996

Ein wichtiges Jahr in  der Firmengeschichte. Wir entdecken  das bisher unbekannte Feld des keramischen Dachzubehörs  durch den Kontakkt zu BORAL/Mayr in Straubing  (Dr.F), und im gleichen Moment findet uns die Firma KVM auf der Suche nach einem Produzenten für Dachzubehör für die große Firma CREATON. (Verbund von damals drei Dachziegelwerken). Neue Produkte waren gefunden  und ein Markt, der nach den Versprechungen von Herrn F.A.Möltner ( Inhaber der Vertriebsfirma KVM) nur darauf wartete bedient zu werden. Nach den vorangegangenen Jahren: Licht am Ende des Tunnels, der erhoffte Silberstreif.... und im Vorgriff auf Folgendes : zurecht.

 

1997

Das neue Geschäftsfeld fordert und bindet alle Energie. Die Produkte sind neu, neue Tone, andere Größen, große Mengen. Neues soll entwickelt werden. Wir nehmen die Herausforderung an und versuchen unseren neuen Kunden durch Innovationen zu beeindrucken. Eine Patentanmeldung zu einem Dunstrohr wird versucht.

In das Jahr 1997 fällt auch  das Ausscheiden von Bruder Christian Herr und Familie aus der KG. Anton Herr jr. übernimmt Verpflichtungen und Anteile. 

1998

Mit aller Kraft ins Neue. Zwei neue Technologien ergänzen die keramische Fertigung. Wasserstrahlschneidetechnik und Kleben. Die neuen Produkte für den Dachzubehörbereich basieren darauf Löcher in gelieferte Ziegel zu schneiden und dann keramische Teile einzukleben. Alles das erfordert mehr Raum. Der Sprung nach Straubing in die Gustav Hertz Str. nach einem kurzen Zwischenspiel in der Frühlingsstr. gelingt. Wir haben einen Zweigbetrieb in Straubing.

1999/2001

Endlich gehts aufwärts. Kapazitätserweiterung, neue (gebrauchte) Öfen (2mal 7.5 cbm) neue Pressen und immer weitere neue Produkte (Walmkappen, Firste, Firstscheiben) verändern den Betrieb zusehends. Ein Betriebsleiter unterstützt . Der aktive Vertrieb von Kunstgewerbe wird eingestellt - keine Messebesuche in Frankfurt -

2001 / 2007

Weiter aufwärts ( auch mit Rückschlägen/Reklamationen) mit Dachkeramik. Die Zuversicht auf ein happy end (Rückzahlung der Schuldenlast) steigt. Der Manufakturbereich darf schrumpfen und wird 2006 in die Besitzgesellschaft zurückverlagert.

  • HERR-KERAMIK GmbH & Co KG   : Manufakturwaren und Immobilienvermietung
  • Anton Herr GmbH und Co KG       : Produktion Dachkeramik 
  • KVM GmbH                                : Vertrieb Dachkeramik (Vertretung der Anton Herr ..)
  • Cerox GmbH + Ceramed GmbH    : Technische Keramik

So sieht die Struktur aus, der Geschäftsführer ist gut beschäftigt und so auch viele neue Mitarbeiter. Der Zuzug von fleißgen Russlanddeutschen war ein glücklicher Umstand für den Betrieb in der turbulenten Aufbauphase. In 2005 bekommen wir eine eigene Wasserstrahlschneidemaschine und machen uns so vom Zulieferbetrieb unabhängig.

Der Betrieb ist in dieser Zeit auf zwei Standorte aufgeteilt. Der Standort Straubing wächst in die in der Gustav-Hertz-Str. angrenzende Halle, die etwa 2007 ganz von uns belegt ist (2500 qm)

2008

Verschmelzung der Anton Herr GmbH & Co KG auf die KVM GmbH zur Möltner - Herr GmbH. Aus Produktions und Vertriebsfirme wird eine Einheit. Die Stämme Möltner und Herr stellen die Gesellschafter. Auf diese Weise soll eine zukunftsfähige, starke Firma gebaut werden. Geschäftsführer sind Anton Herr und, aus der nächsten Generation, Matthias Möltner.

Die Aufbaujahre für die Produktion der Dachkeramik sind in etwa abgeschlossen. Maschinelle Ausstattung und Brennkapazitäten sind den mengenmässigen Anforderungen angepasst.

2009

Beendet die HERR-Keramik GmbH & Co KG die Herstellung und den Vertrieb von kunstgewerblichen Artikeln. Die Abwicklung wurde erleichtert weil die langjährige (40 Jahre!) Mitarbeiterin Marianne Achatz mit einem eigenen kleinen Manufakturbetrieb Material und  Lagerbestände verarbeiten wollte und konnte.

Langjährigen Kunden konnte so ein sanfter Übergang geboten werden. Für manchen Kunden wurden Ersatzlieferanten gefunden (MANUFAKTUM) und nur ein Kunde  wird auch noch 2017 mit Kaffeebehältern versorgt, die nun innerjhalb der Fa Cerox/Ceramed hergestellt werden. Der Ausstieg erfolgte ruhig und erstaunlich schmerzlos. Wenige Kunden schienen uns zu vermissen.  So endete 2009 Die Geschichte der HERR-Manufaktur ammähernd mit ihren Gründern: Anton Herr sen. war 2008 gestorben und seine Frau Marieluise 2010 

 

2011

Anton Herr scheidet als aktiver Geschäftsführer der Möltner-Herr GmbH aus. Als Berater steht er für 5 Jahre dem alleinigen Geschäftsführer Matthias Möltner zur Verfügung.

Eine eigenständige Firmengeschichte - Möltner-Herr beginnt spätest hier.  www.moeltner-herr.de

 

 

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Post: Anton Herr, Dollmannstr 11    94327 Bogen